BAUCHGEFÜHL

Ich nehme meine Vergangenheit
mit mir in die Zukunft immer
vorsichtshalber – denn immer
ergibt sich eine Möglichkeit
Nein, die Notwendigkeit
Altes gut zu machen, unerwartet
doch erwartet; das Leben
vergisst nichts, es wartet und wartet
um uns unseres zurück zu geben.

Wie bei einem Gedicht. Man hat
eine Ahnung, das es noch nicht
fertig sei, weiß aber nicht
was noch kommen wird…
Wer abschließen will, muß für alles
offen sein.

– Che Chidi Chukwumerije.

DA

Rückwirkend vermagst du nicht
Zu erlangen die gesuchte Übersicht
Denn aufgepasst
Hast du nicht
In der Gegenwart als alles geschah
Deine Wünsche, allein deine Wünsche
Waren alles, was du sahst…

Ich sehe Löcher im Himmel
Einst waren es Wolken silbrig und hell
Ich sehe blasse Flecken an der Wand
Einst hingen da Fotos bestimmt
Aber ich habe die nie wahrgenommen
Und erinnere mich nicht mehr
An meine Erinnerungen –
Denn ich war nicht wirklich da.

– Che Chidi Chukwumerije.

FERNERHIN

Flashback: Auszug aus meinem Interview zum lyrischen Mittwoch 15.
–
10. Juli, 2013), vor 3 Jahren.

Ich sehe in der Ferne
Eine Linie grüner Bäume
Am anderen Ufer

Einen unklaren Umriss
Nebelumgeben
Eine sagenumwobene ferne Zeit
In der Vergangenheit oder in der Zukunft
Aber nicht in der Gegenwart

Gegenwart ist dieser Tisch
Gegenwart ist das vorbeiziehende Kanu
Gegenwart ist die Lagune, das Ufergras, meine Sehnsucht
Ich kann sie alle tasten, schmecken
Und verstehen

Doch die grünen Träume dort in der Ferne
Sind ungewiss –
Sie sind das Schlummernde in mir…

– Che Chidi Chukwumerije.

Interview zum lyrischen Mittwoch 15.
– beim Sebastian Schmidt von Textbasis.