WEIHNACHTSSTERN

Ich fand einen Stern
In meiner Seelennacht
Einen fernen Stern
Der über mich wacht –
Und immer, wenn mein Stern lacht
Lach ich mit auch gern
So führt er mich
Wie ein Seemannstern
Innerlich
Durch meine Seelennacht.

Kinderlein, lachet
Denn die Freude ist eure Macht
Menschen, erwachet
Es ist Weihe Nacht.

– Che Chidi Chukwumerije

WILLKOMMEN

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Unerwartet früh
Machte er uns
Unbeschreiblich froh
Unser Sohn, unser Herz, unser Stamm
Als er gestern, schnell
Wie ein Stern, hell
Auf die Welt schreiend kam.

– Che Chidi Chukwumerije 13/12/13.

MENSCHLICHKEIT

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Guter Rat ist teuer
Gütige Tat noch scheuer
Als ein scheues Reh
Die Welt, sie tut weh

Wessen Selbst ist selbstlos?
So klein und doch eben so groß
Geben ohne verlangen
Sagt man, ist empfangen

Spürt man irgendwie aber auch
Unerklärliches Wissen im Bauch
Haben ist ein Gewicht
Es sei, man habe Licht

Und dann so ein Tag
Wie heute, über dem es lag
Durch Hoffnung befreit
Der Drang nach Menschlichkeit.

– Che Chidi Chukwumerije.

INNEHALTEN

Musiker aus Innenwelten
Weltenwanderer und Geist
Singend stehst du an der Ecke
Und Seufzer verspeist

Etwas in dem Lied du singest
In Gitarre, Stimme, Blick
Zwinget uns zum Innehalten
Im Ahnen vom Glück

Wo du herkommst, wisset niemand
Wo du schläfst ist unbekannt
Wo du hin fließt, folgen alle
Wach, gebannt

Denn das kurze Menschenleben
Eingespannt im Schlaf der Zeit
Dürstet schwer nach Augenblicken
Gefang’ner Ewigkeit.

– Che Chidi Chukwumerije.

HÄUTEN

Heut hat mir mein Vater gefehlt
Gefehlt, wie er schwieg, litt und mit litt
Gefehlt, wie er sich mehrmals liebevoll wiederholte
Gefehlt, wie er mir verzieh jeden Fehltritt

Gefehlt, seine Strenge, gefehlt, seine Liebe
Gefehlt, seine Witze bei seltner guten Laune
Gefehlt, sein unerschütterlicher Glaube an sich selbst
Vor dem ich heute immer noch und ewig staune.

Die Wunden sind tief; durch den Tod getrennt sind wir
Doch tönen um so lauter heute seine Worte tief in mir.

– Che Chidi Chukwumerije.

ZURÜCKWEISUNG

Papa, wo bist du?
Ich wollte doch nur einmal
Mit eigenen Augen die Welt sehen
Erforschen mein eigenes Schicksal
Nicht von dir ewig weggehen

Mama, wo bist du?
Ich wollte doch nur einmal
Dich und deine Welt kennen lernen
Allen Zweifel, alles Unwissen, allen Trübsal
Überzeugt von mir entfernen

Jetzt bin ich endlich da
Und ihr beide sichtbar verschwunden
Auf versuchte Heilung
Folgen unerwartete Wunden.

– Che Chidi Chukwumerije.

KINDERAUGEN

Ihre Augen sprechen eine Sprache
Die meine Empfindung begreift
Aber nur sie, diese innere Flamme –
Mein Verstand nicht.

Oft stehe ich frustriert, verwirrt
Abends an ihrem Hochbett und höre zu
Wie sie mir lebhaft-müde ihre Eindrücke
Des Tages in Kindersprache übermittelt

Wer im Kindergarten wen geärgert hat
Daß ihre Puppe bald Geburtstag hat
Ob ich heute schon beim Sport war
Warum die Jäger die Tigermamas erschießen

Aber während sie kreuz und quer redet
Sagen mir ihre Augen liebevoll, daß sie mir
Etwas ganz Anderes eigentlich sagen möchte
Für das sie noch keine Worte hat.

– Che Chidi Chukwumerije.

WAND

Alles war nutzlos gegen ihre hohen Wände
Keine Ideologie war tief genug, um
Ihre Kälte zu untergraben –
Ich sag’s Euch, keine Ideologie.

Keine Philosophie,
Weder der Natur noch der Wissenschaft,
Überzeugte sie. Stark wie Amazonia.

Für die Brechstange war sie zu zerbrechlich; unempfänglich.

Und dann schrieb mein Herz ihr ein Gedicht
Und, siehe: sie schmolz, und weinte bitterlich.

– Che Chidi Chukwumerije.

UNTREUHÄNDLER

Denen wurde anvertraut
Der heilig(ende) Speer

Um den Speer sammelten sich nicht Heiler
Sondern ein Heer

Teilte die Welt wund-blutig zum
Roten Meer

Personenvoll,
Menschenleer.

Che Chidi Chukwumerije.

GUTEN TAG

Tausend Stimmen
Der selbe Schrei
Einsame Herzen, sie scherzen
Und meinen es im Ernst –
So vielschichtig ist ein einfacher Gruß.

 – Che Chidi Chukwumerije.