Das Wesentliche. Ich schaffe es nie, am Ende des Tages, den Tag abzustreifen auf der Suche in mir nach dem Wesentlichen. Es bleibt alles in mir, die Gefühle, Empfindungen, Gedanken, die Erinnerungen, die Menschen. Alle kommen ein letztes Mal zusammen und bereichern das Wesentliche in mir. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
der Selbstreflexion
VEREINFACHUNG
Bist Du mutig? Fragt mich die Innere Stimme - Bin ich. Dann höre auf mich - das ist Mut. Zeige Dich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WIE FRÜHLING
Ich lasse mich nicht herunterziehen Wäre ich kein Mensch, wäre ich der Frühling Täglich mich hochziehen, mich anziehen Du darfst mir dabei zusehen In mich hineingehen Kraft holen, in die Welt hinausziehen Farbig, färbend, drängend wie Frühling. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
BEFRIEDIGT
Wenn Du zu viele Nächte geantwortet hast
Wie sollst Du den Tag noch fragen?
Wenn Du zu viele Innenleben bekommen hast
Wie sollst Du das Äußere noch jagen?
Wenn Du zu viel Wahrheit erlebt hast
Wie sollst Du Geschichten noch verehren?
Wenn Du zu viele Herzen gegessen hast
Wie sollst Du Körper noch verzehren?
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ÜBER DEN TELLERRAND DER GESCHMACKSACHE
Ich lebe in mehreren Welten
Und selten, sehr selten
Finde ich in der einen Welt jemanden
Der mich in den anderen für jemanden
Hält.
Ein Wanderer zwischen den Welten
Einheitlich bin ich selten
Jede Woche bin ich mehrere Personen
Ich kenne keinen, dem jede dieser Personen
Gefällt.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DU MICH AUCH NIE
Immer noch Du Und doch nicht mehr Ich kannte Dich so lang Ich kenne Dich nicht mehr Ich kannte Dich nie. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DEINE ERKENNTNISSE GELTEN DIR
Es hat nicht alles mit mir zu tun - Die Selbstgespräche eines anderen, Die Art, die Weise, die in ihm un-ruhn, Die Dämonen in seinem Inneren. Nicht alles, was mir gesagt wird, Hat wirklich mit mir zu tun. Sehnsucht nach mir ist umgekehrt Die Sehnsucht nach eigenem Wachstum. Irgendwo in uns allen Wohnt verlangend unser Leben lang Ein sechzehnjähriges Naturtalent Bereit zum Geben, bereit zum Empfang Was Du von mir unfertig empfängst Ist nicht der Schlüssel zu mir. Ich gab Dir, und ich gab‘s Dir längst, Den Schlüssel und die Lösung zu Dir. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WAS IHM WICHTIG IST
Wo kommst Du her? Diese Frage führt meistens nicht zu der Antwort der Frage, die sie stellt. Was bist Du? Diese Frage führt meistens zu der Antwort einer Frage, die sie nicht gestellt hat. Wo willst Du hin? Diese Frage ist eine Zauberformel - Egal wie der Mensch antwortet, er wird Dir zeigen, wer er ist… wo er her kommt, was er ist und wie er ist. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
TÄGLICH REIBEN
An dem Tag, an dem ich nicht schreibe Sterbe ich. Nahrung meinem Seelenleibe Ist das Abschneiden täglich einer Scheibe Des Unsichtbaren. Ich reibe, ich reibe An der Lampe an dem Dschinn an dem Weibe Das Bild, das entsteht; die Geister, die ich vertreibe Das Ziel, das stets winkt, das ist meine Bleibe. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
REGE
Wer alles schon weiß Der schreibt keine Gedichte Er schreibt Vorträge Nur Suchende schreiben Gedichte. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
