Ich schämte mich für sie
Und wollte ihr nicht die Maske
Vom Gesicht runter reißen
Und ich ließ ihre Lügen
Als Basis zwischen uns liegen bleiben
Auf der wir schrieben
Und schwiegen
Und nie wieder sprachen.
– Che Chidi Chukwumerije.
Ich schämte mich für sie
Und wollte ihr nicht die Maske
Vom Gesicht runter reißen
Und ich ließ ihre Lügen
Als Basis zwischen uns liegen bleiben
Auf der wir schrieben
Und schwiegen
Und nie wieder sprachen.
– Che Chidi Chukwumerije.
Dieses Gefühl
Wenn Du eine Person so lange vermisst
Daß es zu einem Teil von Dir wird
Sie zu vermissen
Dann stehst Du eines Tages auf
Und vermisst sie nicht mehr
Und fühlst Dich leer
Denn ein Teil von Dir fehlt jetzt
Sonderbar
Du vermisst es
Sie zu vermissen –
Was macht ein Herz mit der Freude nun
Wenn der Schmerz alles ist
Was es kennt?
Denn ich habe mich neu verliebt.
– Che Chidi Chukwumerije.
Ja, ich weiß es gut,
Ich bin immer sonderbar und fremd…
Unter meinem Volk
Und unter fremdartigen Menschen auch…
Denn ich bin wieder nur ich, wie immer –
Der Abend dauert und dauert und bleibt,
Der Wanderer wandert weiter fort –
Hier oder dort, vieles ist mir egal…
Fremder bin ich nie, hier in meinem Geist.
– Che Chidi Chukwumerije
Nein, nicht kristallgrün
Nachts ist mir schön
Nicht und nimmer feuerrot
Nein, denn Aussehen ist tot
Mich interessiert nicht
Was du hast in Aussicht
Einsicht allein ist mein Sehen
Das sollst du einsehen
Berühre mich nicht
Flüstere nicht. Das Licht
Ist sichtbar mit geschlossenen Augen
Und hörbar im Schweigen.
– Che Chidi Chukwumerije.
Als mein Bruder
Im Autounfall starb
Quälte mich der Gedanke
Nach seinem letzten bewussten Gedanken.
An was, an wen, woran, hat er zum Schluß gedacht?
Denn er war noch bei Bewusstsein
Als man ihn vom Wrack löste
Und in den Krankenwagen legte
Doch bis sie im Krankenhaus endlich ankamen
War er bereits abgeschieden, und fort.
Es gibt Tage, an denen ich erlebe
Daß die Zeit wirklich still steht
Doch der Mensch, der stets erlebt
Der ist’s, der seine Wege geht.
– Che Chidi Chukwumerije.
Ich fühle mich zu sehr geborgen
Zu viel, das Lächeln
Zu wenig, das Lachen an sich
Kein Feuer mehr. Schlafsesselige Seele.
Gift.
– Che Chidi Chukwumerije
Der Wind weht wieder
Der sich so lange gelegt
Eine Feder fühlt sich neu bewegt
Ein Blatt, ein Herz voller Lieder
Unruhig und kurz war der Winterschlaf
Kein Schnee, kein Schweigen
Sehr wach, sehr eigen
Ein Schiff halb geankert am Haf’
Nur diese eine Nacht
Letztes Wochenende
Ein paar Schneeflocken haben gebracht
Die ganze Weltenwende.
– Che Chidi Chukwumerije.
Schön
Wie der Schnee
Auf dem Laube liegt
Schön
Wie das Reh
Über den Schnee fliegt
Schön
Wie der Tautropf’
Zittert in der Sonne Glut
Schön
Wie dein Kopf
Auf meiner Schulter ruht.
– Che Chidi Chukwumerije
Nur eines habe ich gelernt
Du musst auf den Schlag verzichten
Denn die Kettenreaktion
Der entzieht sich niemand, auch du nicht
Die Erinnerung verfolgt mich
Jahr und Jahrzehnt um Jahr und Jahrzehnt
So früh am Lebensmorgen, kaum siebzehn
Doch verzichtete ich nicht auf den Schlag, den Rückschlag
Die Kettenreaktion, ihr entzieht sich niemand
Sie entfaltet sich in allen Richtungen
Wechselwirkung fragt nicht nach Gerechtigkeit
Alle Betroffenen sind beteiligt – auch Generationen später.
Bevor ich verschwinde, singe, gelinde, ich
Verzichte auf den Tiefschlag
Der Rückschlag wird wie eine lange Hand sein
Die alles umfasst. Lehrer. Richter. Unerbittlich –
Nur eines habe ich gelernt
Der wahre Sieg, der ist subtil; unfassbar.
– Che Chidi Chukwumerije.
Dein Körper sprach
Mein Körper brach
Fließe, fließe, kleiner Bach…
Das Harte geht unter
Das Zarte wird bunter
Meine Liebe, sei munter
Und mach’s dem Bache nach…
– Che Chidi Chukwumerije