Freunde finden Dich
Feinde auch
Höre auf das Gefühl
In Deinem Bauch
Freunde finden sich
Mit einem Blick
Ein Blick reicht immer
Zum Pech und zum Glück.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Mein Jahr der deutschen Dichtung
Freunde finden Dich
Feinde auch
Höre auf das Gefühl
In Deinem Bauch
Freunde finden sich
Mit einem Blick
Ein Blick reicht immer
Zum Pech und zum Glück.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Mein Jahr der deutschen Dichtung
Wo ist Gott?
Und ich suchte in Häusern und fand ihn nicht
Und die Natur sprach von ihm, doch ich verstand sie nicht
Was ist Gott?
Und ich suchte in Religion und fand nicht alles
Und Philosophen sangen von ihm und verfehlten vieles
Wie ist Gott?
Und ich suchte in Gesellschaftsregeln, errang keinen Durchblick
Und Schöpfungsgesetze übertrafen meinen Überblick
Doch dann kamen die Tugenden
Und sie kündeten und künden:
Wir sind seine Eigenschaften
Kannst Du damit was anfangen?
Die Trägheit sucht in der Ferne
Doch die eigentliche Arbeit ist an Dir selbst –
Wenn Du ihn begreifen willst,
Strebe einfach nach Seinen Eigenschaften –
Das ist weitaus schwieriger
Als theatralisch philosophisch überall zu suchen –
Aber nur so findest Du die Verbindung
Zu Ihm.
– Che Chidi Chukwumerije.
Klavier mit sieben Stufen
Menschenleben, Graustufen
Doch: Kommt der Regen, kommt der Regenbogen
Die Sonne allein bringt keinen Segen
Auf den tiefen Tönen sitzt die Melodie
Des Ertragens.
Die Einsamkeit ertragen, egal
Ob Du allein oder zu zweit bist
Wir haben alle die Verbindung verloren
Zum Einzigen, Der Ist.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
Das, womit der Mensch stets
Am Wenigsten rechnet, das,
Was ihm aber stets widerfährt:
Daß seine Zeit einst um ist
Schneller als erwartet, und er
Keine Zeit mehr hat, das Wesentliche
Noch zu erfüllen, bis er scheidet.
Alles bleibt unvollendet
Gedanken, Sätze, Kapitel
Abgeschnitten, lose hängend
Kaum einer stirbt ohne
Sich nachdenklich zu fragen –
Und? Was war der Sinn des Ganzen? –
Ein kurzer Gedanke, dann Gute Nacht.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
Schwarz gemalt
Nachgehallt
Schwarz gesehen
Durchgeknallt
Merken, was Du stiftest – Pech oder Glück –
Ist Hellseher sein, denn es kommt alles zurück.
– Che Chidi Chukwumerije.
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
All die Jahre hast Du gewartet
Und nicht gewusst, worauf
Kostbar muß es sein, deshalb
Nimmst Du alles in Kauf
Doch Du wirst nicht jünger, langsam
Nimmt das Leben seinen Lauf
Leben, lieben, leiden, wachsen
Und das Leben hat Dich getauft
All die Jahre hast Du gesucht
Unter jedem Dach und Fach
Bis in Dir selbst das Leben schüttelte
Einen besonderen Menschen wach
Ein Geheimnis verrat’ ich Dir dennoch
Ob Du es glaubst oder nicht
Es erwartet immer noch Dich da draußen
Der Gral, das Gesuchte, das Licht
Weiter geht Dein Suchen morgen
Doch mach Dir keine Sorgen
Du bist zu einem reiferen Suchenden geworden.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
SYMBOLIK
Ohne Kult keine Kultur
Geheimnisse liegen in unserer Natur
Das Äußere vermag nicht zu wiedergeben
Das dem Inneren normale Erleben
Alle wissen wir
Realität ist krass, ist krank
Ist unglaublich, ist mehr
Als der schlimmste Gestank
Doch inmitten der Realität
Schnappt der Traum nach Luft
Ist er eine Erinnerung
Oder ist er nur ein Wunsch?
Verborgene Gesinnungen
Neu schwangere Kultur
Schade, daß man viel weiß
Aber wenig sagen kann nur.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
Alles, aber auch nur alles
Alles, was Du Dir nur vorstellen kannst –
Alles, aber wirklich alles
Alles, was Du weißt und denkst und ahnst
Und denkst, daß Du kannst,
Unscheinbares und Monumentales
Alles, was Dir je einfallen könnte,
In tausend Jahren noch einfallen wird,
Auf Deinen Wissensberg sich noch thrönte,
Mit neuen Erkenntnissen Dich krönte,
Alles, was Dir Weisheit beschert
Und Dich Neues immer wieder aufs Neue belehrt,
Alles, was Du Dir gönntest und mehr
Alles, was Du einst hattest und findest aber nimmermehr
Jede Grenze, jeder Gipfel, jeder Endpunkt
Jeder Traum, der schimmert und prunkt
Und näher rückt, ewig näher und näher,
Jede ewige Idee, die noch funkt,
Alles Streben und alles Erreichen
Und alles Ankommen und weiter hoffen –
Entrungenes aller ent-inkarnierten Leichen
Und deren Zeiten, einst; alle Möglichkeiten noch offen,
Alles kann und wird übertroffen.
Der Du heute bist
Wirst Du nimmer wieder werden
Auf dieser reisenden Erden –
Kurz ist die große Frist
Denn es gibt immer Höheres im Lebensgetriebe
Übertroffen wird alles, nur eines nicht
Und das ist die einfache wahre Liebe,
Des Lebens ewiges Gedicht.
– Che Chidi Chukwumerije.
Der Erdenkörper ist ein Betäubungsmittel
Wir sind blind und taub
Und zum Teil auch gelähmt
Das weitaus größere Teil von dem
Was es wahrzunehmen gibt
Bemerken wir nicht
Wir sehen es nicht, hören es nicht, fühlen es nicht
Wohl weil wir fleischlich eingemummt sind
Allein die Lichtsehnsucht kann uns befreien
Von aller Stofflichkeit.
– Che Chidi Chukwumerije.
Erst kamen die Blumen
Lächelnde Glocken, spielende Kinder
Mädchen blühen auf
Jungen gehen die Augen auf
Das hier, ist das das Leben?
Dann kam eine stürmische Nacht
Wild tobte es hinter Fenstern
Träumend schwebte es in auftauenden Herzen
Ein gebrochenes Herz sinnt vor sich hin
Das hier, ist das das Lieben?
Dann thronte sich die Sonne, krönte sich der Verstand
Stählerne Augen
Stein entwachsen keine Blumen
Ruhiger Erwachsene, sicher, verschlossen
Das hier, das Leiden!
Enttäuschung – Verstand trifft Empfindung
Nachdenken – Langsam, wie der Abend
Fallen die Nachwirkungen der Schicksalsschläge
Irgendwann fällt mal Wahrheit auf
Das da, das war das Lernen…
Zuletzt nimmt zu der Mond, nicht ab…
Ferne Fragen funkeln wie rufende Geheimnisse, schwache Erinnerungen
Vorstufe einer Rückkehr, sehnende Wiederkehr zu Dir
Nimmt jetzt die Runde wieder ab?
Wie geht es weiter? Immer weiter.
– Che Chidi Chukwumerije.