Dein Atem
Wie Sonnenmondstrahlen
Wärmt meine Hoffnung
Eine Erinnerung glüht in meinem Hinterhirn
Wie heißer Winter
Getunkt in Wein
Und nun bin ich ein Fluß
Und Du bist meine Füße
Und wir eilten weg
Außer Atem.
– Che Chidi Chukwumerije.
Dein Atem
Wie Sonnenmondstrahlen
Wärmt meine Hoffnung
Eine Erinnerung glüht in meinem Hinterhirn
Wie heißer Winter
Getunkt in Wein
Und nun bin ich ein Fluß
Und Du bist meine Füße
Und wir eilten weg
Außer Atem.
– Che Chidi Chukwumerije.
Heut hat mir mein Vater gefehlt
Gefehlt, wie er schwieg, litt und mit litt
Gefehlt, wie er sich mehrmals liebevoll wiederholte
Gefehlt, wie er mir verzieh jeden Fehltritt
Gefehlt, seine Strenge, gefehlt, seine Liebe
Gefehlt, seine Witze bei seltner guten Laune
Gefehlt, sein unerschütterlicher Glaube an sich selbst
Vor dem ich heute immer noch und ewig staune.
Die Wunden sind tief; durch den Tod getrennt sind wir
Doch tönen um so lauter heute seine Worte tief in mir.
– Che Chidi Chukwumerije.
So, ich war wieder in der Stadt
Einkaufen gegangen und wieder am Rande
Des Wahnsinns zurück
Nach Hause gekommen.
Niemand hat mich beleidigt oder geärgert
Niemand hat mich angelabert
Niemand hat mich verletzt oder angegriffen
Niemand hat mich wahrgenommen oder ignoriert
Doch war ich wund
Als ich wieder zu Hause war.
Die Musik holt mich langsam runter
Blues, Innen wird’s sanft bunter
Musik macht mich munter
Geschlossene Türe kurz genießen, aber
Die Innenstadt ist wie ein Liebhaber
Den wieder zu treffen ich mich freue
Den wieder zu verlassen ich mich freue
So was nennen Verrückte wahrscheinlich die Treue.
– Che Chidi Chukwumerije.
Wie viel Wahrheit vertrüge die Welt
Gäbe es die Dichtung nicht?
Entweder müsse die Welt der Wahrheit weichen
Oder die Wahrheit verliere ihr Gesicht.
Zum Glück gibt es eine, die geschickt
Wahrheit und Lüge so verbindet
Daß die Lüge ihr Gesicht bewahrt
Und die Wahrheit trotzdem nicht verschwindet.
Je mehr es zu sagen gibt, und
Je weniger Zeit zur Verfügung steht
Desto mehr greift der moderne Verstand
Auf Empfindung zurück, die alles verschlüsselt
Und alles entschlüsselt in einem Gedicht.
Sie ist weder Reim noch Vers
Noch Lyrik, noch Prosa, feige noch kontrovers
Sie ist einfach ein bisschen anders.
Sie war die Sprache aller Wahrheitsbringer
Denn sonst gäbe es nicht Worte genug
Sie ist die Sprache jedes Scheidenden
Der ein letztes Mal alles noch einmal sagen will
Zum Besipiel und flüstert nur: Leb wohl,…
Auf Wiedersehen.
– Che Chidi Chukwumerije.
Ruhe. Der Tag vergeht
Die Zeit aber nicht
Dein Sehnen selber dreht
Für dich das Licht
Auch in schwarzer Nacht
Weht dein Wandern weiter
Die Mitternachtsonne lacht
Und wird dir Leiter
Bis ein neues Verlangen
Dich schwindlig macht
Neues anfangen
Denn Alt-Es ist vollbracht
Die Zeit dreht den Suchenden
Richtung neuem Heim
Doch wird alles sich enden
Trotzdem im alten Reim.
– Che Chidi Chukwumerije.
Ich verschwinde manchmal
In meine schwimmende Reflektion
Mein ungewisses Mahnmal
Aufs Neue lallend Denk mal
Am Wasser neige ich zur Konfession.
Ich bin dann fremder Gast
In meiner eigenen Seele
Andere Passanten ahnen fast
Den schweren Strom der Last
Der gewürgten Beichte in meiner Kehle.
Aufschauend durch die Flusswellen dieses Gewichtes
Empfange ich die gebrochenen Strahlen des Lichtes
Empfange ich die gebrochenen Strahlen des Lichtes.
– Che Chidi Chukwumerije.
Die Liebe meint es gut mit mir
Immer, wenn ich den Weg in mein Herz hinein verliere
Bricht sie mir offen eine neue Tür
Lieber Schmerz als Brennholz, bevor ich zu Tode erfriere
Und wenn ich drohe, aufzugeben
Erfüllt sie mich mit Sehnsucht nach Wiederdaheimesein
Und wenn es mir schwerfällt, zu vergeben
Weicht sie mir das steife Herz mit süßem Tränenwein.
– Che Chidi Chukwumerije.
Alles alles
Normales
Nominales
Alles halt
Mit schwarzen Streichelstreifen schuhsohlengeschmuste helle sanftbraune Stuhlbeine
Weich gesessene Ledersessel
Denn der Herbst schleicht da draußen um das Haus herum
Durch den Nebel
Tritt mir Lautlos entgegen
Ich übertöne es mit abstrakter Automusik
Die Reifen flüstern strassestrasse
Molltöne öffnen mir ein Seitenohr
Bahnstreik. Frühschicht. Mal wieder Autokuscheln mit Schal
Mal wieder gemeinsam reisen mit
Umrissen und Lautlos und Musik lau in Hinterstund –
Bis ich aus dem Nebel hervortrete
Alles normal. Guten Morgen, Herr Kollege.
– Che Chidi Chukwumerije.
Raus rücken mit der Sprache
Ein Wort genügt; das Wort vergnügt
Genügt, um dich zu entlasten
Vergnügt jedoch auch dein Entlassen
Bitte. Nein, betteln wirst du nicht
Sie sollen selbst beunfriedigend entscheiden:
Du, lebend, leidend, stolz
Oder du, tot, beleidigend, stolz.
– Che Chidi Chukwumerije.
Egal, wo ich waten ging
War es immer dasselbe
Nil, Niger, Yangtze
Hudson, Thames, Elbe
Die Menschen treiben hin
Verschwommen und benommen
Lauschen reflektierend
Den eigenen Phantomen
Die gaukelnden Abbilder
Sie fesseln immer gleich
Im heim’schen und im fremden
Bodenlosen Teich
Dann rinnt jeder nach Hause
Aufgelöst zurück
Im Blutbahn kreisend Hoffnung
Auf Ruhe und auf Glück.
– Che Chidi Chukwumerije.