INNENSTADTBLUES

So, ich war wieder in der Stadt
Einkaufen gegangen und wieder am Rande
Des Wahnsinns zurück
Nach Hause gekommen.

Niemand hat mich beleidigt oder geärgert
Niemand hat mich angelabert
Niemand hat mich verletzt oder angegriffen
Niemand hat mich wahrgenommen oder ignoriert
Doch war ich wund
Als ich wieder zu Hause war.

Die Musik holt mich langsam runter
Blues, Innen wird’s sanft bunter
Musik macht mich munter
Geschlossene Türe kurz genießen, aber
Die Innenstadt ist wie ein Liebhaber
Den wieder zu treffen ich mich freue
Den wieder zu verlassen ich mich freue
So was nennen Verrückte wahrscheinlich die Treue.

– Che Chidi Chukwumerije.

11 thoughts on “INNENSTADTBLUES

  1. Dieses “von der Innenstadt wundgerieben sein” kenne ich auch sehr gut. Liegt wohl daran, dass sensible Menschen zu sehr die Atmosphäre um sich herum aufnehmen (laufen, kaufen, Hektik….) und Mühe haben, das alles wieder loszuwerden.
    Ja, Musik hilft!

    Like

  2. Hmmm, schön, wie sich der Rhythmus ändert, wo die Musik beginnt – man glaubt fast, die Melodie zu hören 🙂 Und schön, wie du dieses Gefühl in Worte gefasst hast, das ich auch gut kenne.

    Like

  3. Es ist eine Art von Arbeit, das Aufnehmen der Eindrücke von denen man sich ungefragt angesprochen fühlt, auch ohne dass ein Mensch es tut – das Sortieren, Hinterfragen und Akzeptieren der gefundenen Antworten, sich dem Widerwillen und der Freude in schnellen Wechseln auszusetzen, verlockt, befriedigt und befremdet. Ich finde deinen Vergleich mit einem Liebhaber sehr passend. Distanz und bewußte Entscheidung, sich einzulassen, ein erneuertes Ja zu jedem weiteren Mal, das hat mehr mit Selbstvertrauen als mit Treue zu tun. Ohja, es paß wirklich gut. ^^

    Like

    1. Man hat den Eindruck, unzählige Gespräche mit unzähligen Menschen gleichzeitig zu führen, wortlos… irgendwann kommt man doch durcheinander… und findet wieder zu sich… erkennt sich wieder, lernt sich neu kennen, lernt sich besser verstehen… denn die tausend Stimmen der Stadt, die liefern doch irgendwie neue Erkenntnisse über sich und über einen…

      Like

  4. Wenn dich dieser Herr Niemand noch mal ärgert … 😉

    Innerstädtisch mag ich nicht. Lieber außen. Dafür aber dann gern drinnen. Im Haus. Mit der Treue. Neben mir. 😀
    LG

    Like

  5. Stadt macht wund, Wald und Feld wieder gesund. Nie wieder könnte ich in eine Stadt ziehen. Das geliebte Haus am Ende des Weges hat mich für immer dafür verdorben.

    Like

    1. Ich bin ein Stadtkind. In einer Grossstadt geboren und groß geworden. So sehr ich Land, Wald, Feld usw liebe und brauche, kann ich nicht auf Dauer auf die Stadt verzichten… das ist wie ein Virus im Blut…

      Like

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.