WARM

Warm und vertraut war es einst zwischen ihnen gewesen
Und vor allem menschlich, bodenständig, genugsam
Dann trennten sich ihre Wege und, wie es so häufig ist,
Ihre Wesen und Charakter auch, ohne daß sie es merkten
Denn sie blieben in Kontakt. Als sie sich nach Jahren wieder trafen
Hörte die eine entfremdet und verwirrt zu, wie die andere
Von Materialismus gefüllt, erfüllt und getrieben
Nur noch von Haben und Besitz und Vergleichen sprach
Und erst als sie fragte, wo denn ihre alte Freundin geblieben sei
Lösten sich Schmerztränen, doch sie wurden sich nie wieder warm.

– Che Chidi Chukwumerije.

Dieses Gedicht habe ich als Teil eines Interviews geschrieben, das in Sabine’s Lifestyle-Kolumne veröffentlicht wurde. Das Interview kann man hier lesen.

DEZEMBER

Salzverstreuer
Salz und Feuer
Schneeverbrenner
Weihnachtsmänner

Herzen weicher
Liebe reicher
Jahresende
Lebenswende.

Alles kommt und alles geht
Älter werdend, Erde dreht
Dieser Tag kommt nie zurück
Doch unerfüllt, sein Traum von Glück.

Was wird kommen nächstes Jahr?
Der will wissen, bleibet wahr
Alles tagt und alles treibt
Nur das Wahrhaftige bleibt.

– Che Chidi Chukwumerije.
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GIFT

Mein Herz ist kein Herz
Es ist eine grimmige Grollsuppe
Mein Blut ist kein Blut
Es fließt wie in einer Zeitlupe
Allein die Tinte aus deinem liebevollen Stift
Dein Wort, deine Stimme, deine Art, deine Schrift
Sind mir Erquickung, Hoffnung und Gegengift.

– Che Chidi Chukwumerije.

Dieses Gedicht habe ich als Teil eines Interviews geschrieben, das in Sabine’s Lifestyle-Kolumne veröffentlicht wurde. Das Interview kann man hier lesen.

WEIHNACHTSSTERN

Ich fand einen Stern
In meiner Seelennacht
Einen fernen Stern
Der über mich wacht –
Und immer, wenn mein Stern lacht
Lach ich mit auch gern
So führt er mich
Wie ein Seemannstern
Innerlich
Durch meine Seelennacht.

Kinderlein, lachet
Denn die Freude ist eure Macht
Menschen, erwachet
Es ist Weihe Nacht.

– Che Chidi Chukwumerije

WEIHENACHT

Das Jahr ist anders viel
Anders gelaufen als erwartet
Erhofft. Nur heute kommen
Die selben alten Gefühle wieder
Hoch.

Der Schmerz unerklärlich
Und Nostalgie und Verlust ohne Name
Und es ist alles vorbei –
Nur ich habe überlebt, im einsamen
Loch.

Diese Glocken so uralt, so vertraut
Tröstend, wissend, alles was du
Leidest ist ein wiederkehrender
Glockenklang. Sei stark, sei
Schwach.

Mensch, sei Mensch. Menschen scheiden
Trennung ist euer Schicksal, denn
Ihr müsst euch trennen, um weiter
Zu wachsen. Traure deiner Kindheit nicht
Nach.

Die Seele, die erwacht und lacht
Ihr wird heute Weihenacht.

– Che Chidi Chukwumerije.

REIF

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Süßer wie süß, du, Duft
Dürftest mich führen, denn ich suche
Doch finden werde ich so nicht
Denn das, was ich suche, ist herb
Und wird mich auf den Winter einstimmen
Reif muß die Flamme sein
Die mich in der Kälte warm hält.

Aber ich verstehe, es ist Dezember
Du musst dich schön machen für meine Träume
Doch unterhalb meiner warmen Gewänder
Liegen kalte Gefühle starr wie nackte Bäume
Herb geworden ist mein Geschmack
Dunkle Töne beim Nagellack
Und reife Freiräume.

– Che Chidi Chukwumerije.

WILLKOMMEN

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Unerwartet früh
Machte er uns
Unbeschreiblich froh
Unser Sohn, unser Herz, unser Stamm
Als er gestern, schnell
Wie ein Stern, hell
Auf die Welt schreiend kam.

– Che Chidi Chukwumerije 13/12/13.

RÜCKKEHR ZU MIR


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Ich bin zu lang zu viele
Nebenwege gebückt gegangen
Zufrieden in der Annahme
Geliebte Menschen glücklich gemacht
zu haben –
Aber nie mehr. Heute
Kommt diese düstere Wanderzeit
zu Ende.
Sei es Wand oder Mauer
Sei es Wald, Wüste oder Meer
Oder Berg, Feuer oder Trauer
Ist es mein Weg
Werde ich ihn gehen.

– Che Chidi Chukwumerije.

MENSCHLICHKEIT

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Guter Rat ist teuer
Gütige Tat noch scheuer
Als ein scheues Reh
Die Welt, sie tut weh

Wessen Selbst ist selbstlos?
So klein und doch eben so groß
Geben ohne verlangen
Sagt man, ist empfangen

Spürt man irgendwie aber auch
Unerklärliches Wissen im Bauch
Haben ist ein Gewicht
Es sei, man habe Licht

Und dann so ein Tag
Wie heute, über dem es lag
Durch Hoffnung befreit
Der Drang nach Menschlichkeit.

– Che Chidi Chukwumerije.

ROLLENTAUSCH

imageWie riecht die Farbe lila?
Wie klingt softe Vanilla?
Wie sähe er aus
Zöge ein Gedanke von dir aus
Als wärest du sein Haus?

Auf die Kleinigkeiten, gib Acht
Jedes schmeckt anders, wenn es lacht
Anders als geplant oder gedacht
Wie Machenschaft, Machen und Macht.

– Che Chidi Chukwumerije.



ps – die letzte Zeile dieses Gedichts schwebte bereits seit einigen Tagen in meinem Kopf. Die Zündung kam dann von unerwarteter Seite. Die siebte Frage einer Tagging-runde von der Bloggerin Sinn.Wort.Spiel brachte auf einmal den Ball ins Rollen… 🙂
Ich stufe dieses Gedicht wegen ihrer direkten zündenden Frage “Wie riecht die Farbe lila?”, die zum Anfang des Gedichts wurde, zumindest als halb-duett ein 🙂