DEKO

Der Fluß
Der anspruchsvolle Baum
Erinnerung oder Ahnung
Gefangen im Büro, ein Aussteiger
Das Fenster. Autos wie Ameisen
Hinter einander vorbei kriechend
Wo ist der Schmetterling?
1000 Emails, Inhalt ohne Inhalt, die innere Stimme schweigt
Corporate-Tier, Meister des Dschungels
Des Sich Verstellens
Nimm hin Deinen Lohn
Im Club heute Nacht,1000 Watt Dunkel, im Bett
Wird gelacht und geweint und ein Stück tiefer
Und oberflächlicher geworden
Wo ist der Schmetterling?

Ich mag es
Wenn Du mich in Deine Arme nimmst
Und mir alles gibst – ich taue auf
Ein weiches Buch, Du liest in meiner Seele
Meine inhaltsreichen Empfindungen
Dort, tief in meiner Seele
Blüht ein Garten… Licht grün bunt
Lächelnd spielend ein Schmetterling
War das ein Traum?
Heute gestalte ich mein Büro um
Neben dem Monitor, ganz klein, für Euch nur Deko
Ein Schmetterling
Mir Verankerungspunkt äußerlich
Meines Innengartens. Besinne Dich
Deines Schmetterlings –

– Che Chidi Chukwumerije.

NACHT

Es fing mit der Dichtung an
In der Nacht
Zu waren Augen nicht
Im Gegenteil
Doch geblendet vom ewigen Lichte
Der Liebe

Wir sahen keine Wiese
Keinen Hang, keinen dunklen Wald
Sahen keine Tiere, keinen schwarzen Vogel
Gegen den blauen Himmel
Wir sahen nichts in der Welt
Wir sahen nur uns.

Wir sahen keine Wiese
Keinen Hang, keinen dunklen Wald im Hintergrund
Sahen keine Tiere, keinen schwarzen Vogel
Im langsamen Kreis gegen den blauen Himmel
Doch war es, als sähen wir das alles
Und mehr
Als wir uns sahen…

Und, als wir uns sahen
Und alles andere ahnten
Alles Gute
Hatten wir für den Augenblick
Den Frieden.

– Che Chidi Chukwumerije.

NACHTMUSIK

Wach auf
Leise
Lass uns zusammen
Musik machen
Gemeinsam die Töne streicheln
Bis sie vor Glücke schreien
Lass uns mit nackten Zehen
Tanzen im zitterndem Silberstrahl
Des Mitternachtmondes
Bald kommt
Die aufsteigende Wärme der Sonne Wonne
Mit einem leisen Seufzen zergeht die Nacht
Und die Musik wird zum Tagtraum
Wellengleich beweg Dich
Auf und runter
Nach vorn nach hinten
Nach links und nach rechts rollen
Innig berühre die flüsternde Stimme
Das Leben ist ein Tanz für die
Die gemeinsam Musik machen.

– Che Chidi Chukwumerije.

 

SEELENVERWANDT

Die Seele eines Fremden
Klopfte an meine Tür einmal in der Nacht
Statt mich erschrocken oder träge abzuwenden
Bin ich erwacht, hab aufgemacht und mir dabei nichts gedacht
Meine Lebensblätter aber würde sie wenden
Denn viele neue Gedanken hat sie mitgebracht

Jetzt ist sie fort, aber fremd nicht mehr
Denn alles, was sie hinterließ, es lebt noch alles hier.

– Che Chidi Chukwumerije.

EINE NACHT OHNE ERKLÄRUNG

Eine Sonne, weißer wie gelb
Blauer wie rot; grün oder schwarz
Weich werden, Sonne, werde weich über die Elb
Weich über den Main und weich über den Inn
Weich wie zu meinem Beginn
Denn hier kommt der Mond, nacht-schwarz
Er sammelt wie ein Becher der Sonne Fluss
Scheidet ohne Erklärung, noch Gruß, noch Kuss.

– che chidi chukwumerije.

DES SCHMERZES WEICHERER TEIL

Es ist zwanzig Minuten nach Mitternacht,
Mein Schmerz erwacht
Lehrt mich weiter, wie eine Seele lacht,
Was er begonnen hat letzte Nacht.

Die Sonne wird in sechs Stunden aufsteigen
Den Unterricht unterbrechen,
Meine Tiefsten werden wieder schweigen,
Bis die Schmerzen wieder stechen.

Die Nacht wird fallen von Sternen runter,
Der Schmerz wird weitermachen,
Der Geist wird langsam lichter, bunter,
Der Geist wird schließlich lachen.

– che chidi chukwumerije.

NACHT NUR

Der Abend umarmt mich
Mit tausend Gedanken
Für die ich mich bedanke ohne Vorbehalt

Die Gestalt war nur ein Vogelgedicht
Eine kurze Nachricht der jungen Nacht
Einsicht heißt das Gedicht –

Ich sage Gute Nacht, gute Nacht…
Du hast meinen Tag
Schön gemacht –

– che chidi chukwumerije.

MEINE SONNE

Eine Nacht wie jene Tage
An deiner Seite
In deiner schönen Weite

Schade. Du hasst mich jetzt
Nur Haß kann die Liebe ersetzen
Nur Nacht kann dem Tage folgen

Ferne ferne bleibe ich deinem Hassen
Bis es sich ausgehasst hat…
Meine Sonne wird aufsteigen –

– Che Chidi Chukwumerije.

WORTBRUCH

Manches Schweigen
Sehnt sich danach
Gebrochen zu werden

So flehte lautlos die Nacht
Atemlos, pausenlos, wortlos…
Doch blieb fern der ersehnte Einbrecher.

Nein, fern blieb er nicht
Nur lautlos, pausenlos, atemlos
Brach er sein Wort.

– Che Chidi Chukwumerije.

MORGENSTAUNEN

Nachtmantel fallen lassen
Getaut, geschmolzen
In der steigenden Wärme
Einer zögerlichen schüchternen
Perlenbesprenkelten
Morgensonne.
Voller Staunen kommt und vergeht die Dämmerung
Noch bevor sie ihre Erinnerungen niederschreiben
Kann.

– Che Chidi Chukwumerije.